Teuerungsverhältnisse, besonders in den Jahren 1917 und 1918:
- 1 Sack Roggen (im Frühjahr 1918) = 200 Mark
- 1 Pfund Schaffleisch = 4,50 Mark
- Lebendgeflügel (Herbst 1918) 1 Pfund = 4 Mark
- Eine Gans = 80 Mark
- Stoff zum Herrenanzug = 475 Mark
- Nählohn = 30 Mark
- 1 Pfund Butter im Schleichhandel = 15 Mark, 18, ja 30 Mark
- 4 Wochen alte Ferkel (im Frühjahr 1918) = 150 – 180 Mark
- 1 Pfund Kaffee = 40 – 50 Mark
- 1 Pfund Tee = 100 Mark
- 1 Pfund Tabak = 30 – 40 Mark
- 1 Paar Holzschuhe = 6 Mark
- 1 m Kattun = 9 Mark (in Friedenszeiten 40 Pfennig)
- Griffel (Stück) = 5 Pfennig
- Federn = 5 Pfennig
- Ein Stück Seife = 7 Mark
- Eine Zigarre = 70 Pf, 90 Pf, 1 Mark, 1,20 Mark
- Eier (Stück) = 60 – 70 – 80 Pfennig
- 1 Ei (1919) = 1 Mark – 1,10 Mark
Sammlungen der Schulkinder im Jahre 1918:
a) Knochen - 875 Pfund
b) Laubheu - 15 – 18 Liter
c) Pilze - für ungefähr 150 Mark
d) Vogelbeeren - über 20 Liter
e) Bucheckern - über 20 Pfund
(…)
Auch nach Ende des Krieges blieben viele Bürger, so auch in Werlte, im Herzen der Monarchie verbunden, was zu einer großen Belastung für die Weimarer Republik wurde.
So schreibt der Chronist der Schulchronik als Rückblick auf das Jahr 1918:
„Das Jahr 1918 wird noch lange, lange im Gedächtnis eines jeden guten Deutschen haften; denn wer hätte gedacht, dass der vierjährige Weltkrieg, in dem das deutsche Volk so große Opfer gebracht, so viele Entbehrungen ertragen, so schmählich für Deutschland enden würde. Zu dem schmählichen Zusammenbruch kam Anfang November die fast unblutig verlaufene Revolution.
Über Nacht waren wir aus Monarchisten Republikaner geworden. Der Thronentsagung des deutschen Kaisers folgte in wenigen Tagen der Sturz der übrigen deutschen Landesfürsten. Nach einer langen glücklichen Regierung musste einer der mächtigsten Herrscher der Welt als Flüchtling sein Land verlassen, verbannt und verfemt von seinem Volke.
An dem Zusammenbruch tragen nicht unsere Frontsoldaten die Schuld, sondern die Etappe der Kriegsgewinnler und die charakterlosen Wucherer. Hunderttausende haben Volk und Staat in der unerhörtesten Weise belogen und betrogen. (…)16)
Und der Werlter Kaplan Bernhard Glandorf, Leiter der Höheren Bürgerschule von Werlte an der Kirchstraße, schreibt am 1. Dezember 1919 bei der Grundsteinlegung zum Erweiterungsbau der Schule:
„Wir schreiben das Jahr 1919. Die Kriegsgefangenen schmachten noch in Frankreich. Unser Kaiser weilt noch als Flüchtling in Holland. Reichspräsident ist Ebert, ein ehemaliger Sattlergeselle, der teils mit, teils ohne Verstand und Geschick das Staatsruder führt.“17)
Die Maurergesellen waren allerdings anderer Meinung. Sie schreiben mit Bleistift dazu:
Mit einem Liter Cognac ist der Grundstein bezahlt. Der Reichspräsident Ebert, der lebe hoch. Der Reichspräsident Ebert lebe hoch, der hat uns vom Krieg und vom Joch der alten Herrschaft und des Militärs befreit. Der ist tauglich.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit! Joseph Meyer