„Das Wandern ist des Müllers Lust“
Heinrich Abeln, Mühlenbauergeselle, geboren 20. Februar 1910 in Wieste, gestorben 23. April 1995 in Haselünne/Flechum.
Das Wandern ist des Müllers Lust, das hat sich auch der Mühlenbauergeselle Heinrich Abeln aus Wieste gesagt. Er verließ Wieste um die Welt zu erkunden und sich beruflich weiterzubilden.
Die Wanderjahre, auch als Walz, Tippelei oder Gesellenwanderung bezeichnet, beziehen sich auf die Wanderschaft zünftiger Gesellen. Sie umfassen die Zeit des Wanderns der Gesellen nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit (Freisprechung). Die Wanderschaft war seit dem Spätmittelalter bis zur beginnenden Industrialisierung eine der Voraussetzungen für den Gesellen, die Prüfung zum Meister zu beginnen.
Die Gesellen sollten vor allem neue Arbeitspraktiken, Lebenserfahrung und fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen.
Die Berufsbezeichnung „Mühlenbauer“ ist ein alter Handwerksberuf, der noch in den 1950er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland ein Ausbildungsberuf war, bei der Neuordnung der Ausbildungsberufe wurde er mit dem Maschinenbauer zusammengelegt. Mühlenbauer waren bei Neubauten und Wartung von Mühlen beteiligt.
Der Mühlenbauer arbeitete mit Holz, Stein und Eisen. Eine häufige Arbeit mit dem Werkstoff Stein war das Nachschärfen von Mühlsteinen mit der so genannten Mühlenbille (ein spezieller Hammer), im Rahmen von Wartungsarbeiten. Mit dem Werkstoff Holz hatte der Mühlenbauer ebenfalls häufig zu tun, z.B., wenn Antriebswellen und Inneneinrichtung der Mühle zu erstellen oder zu reparieren waren.
Aus diesem Grund wurde der Beruf häufig auch von Zimmermännern ausgeübt. Metallteile wurden für Wellen und Beschläge verwendet.
Mit 21 Jahren, nach abgeschlossener Lehre als Mühlenbauer, wurde Heinrich Abeln am 01. Dezember 1931 Neumitglied und am 01. März 1932 aktives Mitglied im Katholischen Gesellen-Verein Werlte.
Am 22. April 1932 bestätigte der Präses des Katholischen Gesellen-Vereins Werlte Herr Kaplan Brinkmann ihm die Mitgliedschaft. Das Wanderbuch des Kolpingvereins wurde ihm am 24. April 1932 ausgestellt, mit der Wanderbuchnummer 57894. Ein für die Wanderschaft notwendiges Führungszeugnis wurde am 5. Mai 1932 von der Gemeinde Wieste durch den Gemeindevorsteher Menke ausgestellt, welches noch einmal am 23. Juli 1933 durch den Gemeindevorsteher Gerdes bestätigt wurde.
Alles Weitere zum Mühlenbauer Heinrich Abeln kann in der Mühle/ Heimathaus besichtigt werden.
