Kreutzmanns Mühle

 

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Adresse: Kirchstr. 24, 49757 Werlte

eineinhalbstöckige Galerieholländer- Windmühle mit Steert und Segelflügel, 2 Mahlgänge, Beutelkiste, Kornreinigung, Mischanlage, Doppelwalzenstuhl, Sackaufzug, Göpel und Holzkran renoviert und voll betriebsfähig

I. Geschichte  Am 23.Februar 1881 erhielt der Mühlenbesitzer Wilhelm Kreutzmann vom Herzog von Arenberg im Amte Meppen die Genehmigung zum Bau einer Windmühle an der Kirchstraße. Die Familie Kreutzmann besaß schon seit Jahrzehnten die Windmühle auf dem Mühlenfeld (etwa 500 m vom jetzigen Standort dieser Mühle in östlicher Richtung). Eine erste urkundliche Erwähnung von dieser „Crusemanns Mühle“, dem Vorläufer der Kreutzmann Mühle, finden wir bereits im Jahre 1545.

Doch nun zur jetzigen Windmühle:
Der Mühlenstumpf aus roten Klinkern wurde im Jahre 1881 erbaut und ist beim letzten Wiederaufbau ausgebessert worden. Alle anderen Teile, wie Achtkant, Galerie und die Kappe mit Flügeln, die wir heute sehen, sind neu, da diese Holzteile bei einem Brand 1920 zerstört wurden. Es erfolgte kein vollständiger Wiederaufbau. Der Mahlgang wurde auf Dampfbetrieb umgerüstet. Es war die Zeit des Mühlensterbens. Viele Windmühlen wurden aufgegeben oder wurden auf andere Antriebsarten umgerüstet.

Windmühlenvorkommen in Norddeutschland:
1918: 22.000 Windmühlen
1936:   4.500 Windmühlen
1960:      744 Windmühlen davon 159 windgängig 

Zwischen den Weltkriegen wurde eine Sägerei angebaut, die im Jahre 1994 restauriert und dem Heimatverein als Heimathaus übergeben wurde. In den letzten Kriegswochen in 1945 wurde die Mühle durch Beschuss vollständig zerstört. Die Familie Kreutzmann erwarb ein gebrauchtes Mahlwerk und begann, dieses Mal mit elektrischem Antrieb, noch im Jahre 1945 mit dem erneuten Mahlbetrieb. Zu Beginn der 70er Jahre wurde der Mahlbetrieb eingestellt und der Mühlenstumpf bis 1989 als Kornspeicher verpachtet. Danach drohte der Abriss.

II. Der Wiederaufbau 

Im Jahre 1990 erwarb die Gemeinde Werlte dieses Grundstück samt dem Mühlenstumpf mit der Verpflichtung, die Kreutzmanns Mühle wiederaufzubauen. Ein Mühlenverein wurde gegründet, der auch sofort an die Arbeit ging. Zunächst galt es, das Projekt finanziell abzusichern.

Ausgehend von Gesamtkosten von 650.000 DM, kamen 40% aus EG-Mitteln, 20% vom Land Niedersachsen, 20% von der Gemeinde Werlte, der Rest aus Spenden. Nach vielen Besichtigungen, Besprechungen war es dann im Sommer 1992 soweit. Der niederländische Mühlenbaubetrieb „Roemeling Molema“ wurde mit dem Wiederaufbau der Kreutzmanns Mühle beauftragt.

In den folgenden Monaten wurden in den Niederlanden alle Mühlenteile vorgefertigt und erst hier an der Kirchstraße zu Achtkant und Kappe zusammengebaut. Hier an Ort und Stelle wurde der Mühlenstumpf ausgebessert, etwas erhöht und mit einem Betonringanker versehen. Werlter Zimmereibetriebe erstellten die Galerie. Im Sommer 1993 wurde der etwa 30 to. schwere Achtkant mit einem Autokran auf den Mühlenstumpf gehoben, danach die Kappe (etwa 17 t) auf den Achtkant gesetzt. Nachdem im Herbst 1993 die Flügelruten durch die Achsen gezogen wurden, erreichte die Mühle ihre stolze Höhe von etwa 32 Metern. Im Frühjahr 1994 beendete der Mühlenbauer seine fast zweijährige Bauzeit. Die Zeit bis zur Einweihung im Frühjahr 1995 brachte für den Mühlenverein und viele freiwilligen Helfer eine Menge Arbeit. Es ging um den Innenausbau des Mühlenstumpfes und die Restaurierung von alten Geräten. Insgesamt sind von der Planung bis zur Einweihung gut vier Jahre vergangen.

Auf dem Gelände der Kreutzmanns Mühle befindet sich unter anderem das Backhaus.

Tipp:
Jeweils am Pfingstmontag ist Mühlentag. Dann steht die Mühle ebenfalls zur Besichtigung offen. Außerdem wird an diesem Tag Mehl gemahlen und in dem an der Mühle befindlichem Backhaus zur Brot verarbeitet. Darüber hinaus wird Buchweizen gemahlen und zum Verkauf angeboten.

Die Mühle ist in der Zeit von April bis Oktober jeden Samstag im Monat von 09.00 bis 11.00 Uhr in Betrieb und kann besichtigt werden. Darüber hinaus sind Besichtigungen nach Vereinbarung (Josef Hensen, Tel.: 05951/ 2586, tagsüber: Tel.: 05956/ 499) möglich.

Exkurs: Die Mühlensprache

1. Die Arbeit ist beendet (Feierabend)
2. keine Arbeit, Kunden werden unverzüglich bedient
3. Mühle ist wg. Reparatur, Urlaub etc. außer Betrieb.
4. Protest gegen Obrigkeit
5. Es droht Gefahr
6. Geschmückte Mühle an einem Feiertag
7. Familienfeier des Müllers
8. Trauerfall in der Familie
9. Die Mühlsteine werden geschliffen, Getreide wird nicht verarbeitet


mit freundlicher Genehmigung von Arnold Meyer
www.nordwestreisemagazin.de